Wird mal Zeit, dass der Onkel auch was schreibt. Also dann, auf geht’s!
Ich bin jetzt seit einigen Tagen in dem Labor unterwegs und finde mittlerweile auch schon ohne nachzufragen auf die Toilette. Prima! Für alles Andere brauch ich hier noch oft Hilfe. Beispielsweise wollte ich letzte Woche ein Fax nach Deutschland schicken und habe sage und schreibe 11 Anläufe gebraucht bis es dann endlich funktioniert hat. Himmel. Tja, aber leider ist das hier bei so einigen Dingen der Fall.
Wundervoll waren auch die 8 Tage, die ich warten musste, um mich mit so 'nem Heinz vor ein Gerät zu setzten, dass ich die letzen 4 Jahre verwendet hab um meine Experimente zu machen. Nur damit er mir dann 15 Minuten lang erzählt wie man das Ding anmacht, seine Daten löscht und dann wieder sauber macht. Toll! Der hat dann noch einen Wisch unterschrieben und jetzt darf ich endlich das machen, was ich seit 4 Jahren mache. Aber eine Woche warten ist ja gar nix werdet ihr euch denken. Klar. Ist auch wirklich nix, wenn man das mit der Odysse vergleicht, die man absolvieren muss, um Zugang zu seinen Versuchstieren zu kriegen.
Ich will mal „kurz“ zusammenfassen:
1. Man kriegt einen Zettel, den man nicht verlieren darf!
2. Mit dem Zettel geht man dann zu seinem Chef und sagt: Schreib meine Namen mal in deine Datei, damit es endlich losgeht! Chefs sind chronisch beschäftigt, also wiederholt man das so lange bis es endlich passiert.
3. Dann geht man zu einer Frau in den 26sten Stock in einem hässlichen Gebäude und fragt bei der nach, ob mein Chef auch wirklich meinen Namen in die Datei geschrieben hat. Falls das so ist: SUPER!
4. Denn dann unterschreibt die Frau auf dem Zettel den man ja nicht verlieren darf und macht noch von irgendwas eine Kopie und heftet die an den nicht zu verlierenden Zettel. Tip Top!
5. Damit geht man dann wieder zurück und hofft, dass man in der Zwischenzeit einen e-mail Account mit Usernamen und Passwort hat. Ohne den: Doof!
6. OK, hat man das dann auch meldet man sich online auf einer Fortbildungsseite and und zieht sich eine Online-Vorlesung rein, die 2h dauert und alle Tierrechts-Organisationen und deren Verknüpfungen aufzählt und noch mehr so Zeug.
7. Direkt nach der Vorlesung macht man dann einen Test, den man mit maximal zwei falschen Fragen bestehen muss. Soweit so gut!
8. Danach ruft man bei Paul an und fragt Paul wann er die nächste richtige Vorlesung hält. Paul sagt dann erstmal eine Woche nichts und meldet sich dann. Fantastisch.
9. Hat Paul einen dann zu der richtigen Vorlesung eingeladen, sitzt man da noch mal 2,5h und hört sich denselben Stuss, den man sich online schon rein gemacht hat noch mal an. JUHU!
10. Paul unterschreibt dann auf dem Zettel den man nicht verlieren darf, sofern man ihn dabei hat. Falls nicht: Doof!
11. Mit der Unterschrift von Paul geht man dann zu Herrn Gonzalez. Der hat nämlich auch einiges zu melden und kommt ein bisschen wie ein kolumbianischer Drogenboss rüber. „Hey ese, you do not do this!“ Paul sagt aber auch erstmal nix und meldet sich dann 1h bevor er seine Einweisung startet per e-mail. Cool! Wo muss ich denn jetzt genau noch mal hin und wie komm ich zu Raum S6-65. In der Zwischenzeit haben die Bäume ihr Laub verloren und die Tage werden kürzer.
12. Toll, das Herr Gonzalez auf dem super wichtigen Zettel sein Kaiser Wilhelm setzten möchte. Hätte ich irgendwie ahnen können. Mist!
13. Mit dem mittlerweile leicht gebraucht erscheinenden Zettel geht’s dann wieder in der 26sten Stock. Da soll man sich bei einer Dame zum Fingerabdruck scannen melden. Easy!
14. So dann kann es ja jetzt eigentlich losgehen. Man hofft, dass die Technische Assistentin (TA) Zeit hat einem zu zeigen wo seine Mäuse stehen und ab dafür.
15. Also, mit TA, gescanntem Finger und einer elektronischen Chipkarte im Gepäck geht es dann in die Katakomben des Institutes. Heissa!
16. So, man hält die Chipkarte vor das Schloss der Eingangstür, PIEP PIEP, Finger drauf, PIEP...und dann...ja dann sollte das Licht grün leuchten. Tja, bei mir leuchtet es rot. Also fang ich am besten wieder bei Punkt 1 an. Argh!
Wer gerne eine Zusammenfassung von Punkt 1-16 haben möchte schaut sich doch bitte das hier noch an:
Es gibt aber auch nettes zu berichten. Die Leute im Labor sind soweit alle recht nett und auch mit dem Rest der Belegschaft werd ich langsam warm. Hätte nicht gedacht, dass mein Englisch so stinkt. Üben, Üben, Üben!
Letzte Woche hat sich das gesamte Department zu einem Retreat getroffen. Zu solchen Anlässen fährt man in der Regel für zwei Tage in ein richtig teures Hotel und vergnügt sich tagsüber und abends mit Science, nur mit dem Unterschied, dass man abends noch saftig einen im Tee hat. Feini!!! Letztes Jahr, so hat man mir erzählt, wäre es auch so gewesen. Aber, dieses Jahr ging es mit U-Bahn nach Downtown zur New York Academy of Science. Die ist direkt neben dem Ground Zero im 40sten (ja: VIER NULL!). Hier mal die Aussicht aus den Konferenzräumen. Alter!!!
Letzte Woche hat sich das gesamte Department zu einem Retreat getroffen. Zu solchen Anlässen fährt man in der Regel für zwei Tage in ein richtig teures Hotel und vergnügt sich tagsüber und abends mit Science, nur mit dem Unterschied, dass man abends noch saftig einen im Tee hat. Feini!!! Letztes Jahr, so hat man mir erzählt, wäre es auch so gewesen. Aber, dieses Jahr ging es mit U-Bahn nach Downtown zur New York Academy of Science. Die ist direkt neben dem Ground Zero im 40sten (ja: VIER NULL!). Hier mal die Aussicht aus den Konferenzräumen. Alter!!!
Der Retreat an sich, war echt richtig nett. Man lernt ein paar Leute kennen, quatscht über Science und zieht dann nach einigen Falschen Wein weiter in die Trinity Bar. Das ist eigentlich eine Bar für Wall Street Geldhaie, weshalb sich auch direkt vor der Bar, der letzte tapfere Rest der Occupy Wall Street Demonstranten lautstark bemerkbar macht, während ich vorbei an den Übertragungswägen einiger TV Sender in die Bar torkele. In dieser Bar war es so verdammt laut wie in jeder verdammten amerikanischen Bar. Himmel! Also schreit man die Bedienung erstmal an und hofft, dass sie einem auch wirklich einen Long Island Ice Tea bringt. Das Getränk das ich dann bekomme schmeckt verdammt stark nach Alkohol. Alles richtig gemacht. Super bar, super Cocktail. Ich komme wieder!
Am Freitag geht es dann weiter mit trinken. Wir haben uns mit Tuan getroffen. Das ist eine alte Bekannte aus Freiburg. Sie hatte gemeint ein paar ihrer Bekannten und Leute aus dem Labor treffen sich nach der Arbeit in einer Bar in Hell’s Kitchen. „Tonight, we dine in hell!“ Also zwirbeln wir uns hier noch ein paar Drinks rein. Schon wieder fahre ich betrunken U-Bahn.
Für Samstag wird beschlossen, auszunüchtern und nachmittags einen neuen Streifzug durch den Kiez zu machen. Also geht es wieder los und wir schaffen es endlich zu dem so oft gelobten Metzger/Laden Schaller&Weber auf der East 86th and 2nd. Der Laden ist so prima, dass er sogar richtige Bratwürste, Leberwurst und Weißwürste führt. Außerdem gibt es Lebkuchen, süßen Senf und richtig leckere Brezeln. Also kaufen wir uns ein kleines Weißwurst Frühstück, dass wir uns Sonntagmorgen vor unserem Trip zum Flohmarkt schmecken lassen.
Für Samstag wird beschlossen, auszunüchtern und nachmittags einen neuen Streifzug durch den Kiez zu machen. Also geht es wieder los und wir schaffen es endlich zu dem so oft gelobten Metzger/Laden Schaller&Weber auf der East 86th and 2nd. Der Laden ist so prima, dass er sogar richtige Bratwürste, Leberwurst und Weißwürste führt. Außerdem gibt es Lebkuchen, süßen Senf und richtig leckere Brezeln. Also kaufen wir uns ein kleines Weißwurst Frühstück, dass wir uns Sonntagmorgen vor unserem Trip zum Flohmarkt schmecken lassen.
Auf dem Flohmarkt werden wir wieder fündig und lassen einige Präsident Jacksons vor Ort. Mit dem Gypsi SUV (Minibus-Großraum-Taxi-mit-spanischem-Funkgerät-und-Latino-Fahrer) und unseren neuen Schätzen geht es dann fix zurück nach Manhattan. Hier ein Foto der schnieken Waren, bevor wie sie einer Gundreinigung unterzogen haben.
Ich denke diese Tour müssen wir noch ein paar male fahren, da es so viele schöne Dinge auf diesem Flohmarkt hat und unsere kleine Hütte ja noch nicht einmal ansatzweise ausgefüllt ist. Es gibt bald neues.
Bevor ihr jetzt aber eure Kaffeetasse in die Spüle stellt und in die Arbeit tingelt, noch eine wirklich erfreuliche Neuigkeit.
Der Onkel hat letzte Woche Post von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) bekommen. Die lieben Damen und Herren haben mir mitgeteilt, dass sie mir gerne ein Stipendium geben würden. Ha! Perfekt! In diesem Sinne, Nerds4Life!
Schöne Träume und eine super Woche nach Hause. Bis bald. Arthuro. :*
Bevor ihr jetzt aber eure Kaffeetasse in die Spüle stellt und in die Arbeit tingelt, noch eine wirklich erfreuliche Neuigkeit.
Der Onkel hat letzte Woche Post von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) bekommen. Die lieben Damen und Herren haben mir mitgeteilt, dass sie mir gerne ein Stipendium geben würden. Ha! Perfekt! In diesem Sinne, Nerds4Life!
Schöne Träume und eine super Woche nach Hause. Bis bald. Arthuro. :*








wow, weißwurst in ny...geilo...und glückwunsch zum stipendium :)))
AntwortenLöschenYeahy, Großverdiener!!! Herzlichen Glückwunsch!!!
AntwortenLöschenOh maaaaaaan, so viele schöne Möbel, die ihr auf den Flohmärkten findet... Will auch! ;-) Die Weißwürste könnt ihr aber behalten ;-)